Erstellt am /von Ulrike Pawel/ in FLUGBETRIEB, JUGEND

Fliegerlager: beginnende Routine

Am dritten Tag kommt nun langsam Routine auf, die Abläufe werden vertrauter: Lepo richtig an der Böschung parken spart das Anschieben, der Stein vor dem Reifen die Handbremse. Hält man eine strikt abwechselnde Reihenfolge Doppelsitzer und Einsitzer an der Winde ein, kommt man auch mit nur einer roten Sollbruchstelle aus…

Die Prognosen sind verhalten optimistisch, die Einsitzer werden alle aufgerüstet. Es ist ein warmer Tag, kaum Wolken. Jetzt wäre ein leckeres Eis nett – „Hom‘ mer net!“. Ok, dann bleibt der Getränkeautomat mit den gekühlten Getränken, wenn er nicht gerade leer wäre („Wird morgen wieder aufgefüllt, da passt halt nicht so viel rein.“). Oder aber man denkt rechtzeitig daran, im Starthäuschen den Kühlschrank morgens selbst mit Wasser und Schorle aufzufüllen.

Die einheimischen Streckenflugpiloten versuchen heute ebenfalls ihr Glück – und kommen desillusioniert zurück: „Dös wor e Wetter – net zu verstehn!“. Immerhin, die LS3 mit Pilot Stefan Zirngibl macht einen schönen Ausflug über/durch die Berge. Auch Thorben Triegel hält sich bei seinem 2. DG-Start allen Unkenrufen zum Trotz eine längere Zeit zäh am Hang.

Am Abend stellt sich überraschend heraus: es gab weder Seilrisse noch Startunterbrechungen. Da hat sich die Spätschicht der Gastgeber am Abend zuvor an der Winde wirklich gelohnt.

Qualiliga

Ein zufälliger Blick in den OLC auf die Ergebnisse der Quali-Liga offenbart eine weitere Überraschung: Bensheim auf Rundenplatz 1! Da war unter anderem eine echte „Renn-Libelle“ mit Pilot Felix Maier 730 km unterwegs und legte eine bemerkenswerten Schnitt von knapp 118 km/h hin! Uli Götz mit dem Ventus 122 km/h sowie der „übliche Verdächtige“ Lukas Etz mit 113 km/h neben weiteren Piloten waren nicht faul und flitzen flott zwischen dem Saarland und dem Odenwald hin und her: Plötzlich ist Bensheim auf Rang 7 der Qualiliga. Sollte der Aufstieg in die zweite Bundesliga doch noch klappen?

Tag 4: Und es wird immer heißer und heißer….

Beim morgendlichen Briefing unter strahlend blauem Himmel taucht ein neues Wort auf: „Dichtehöhe“. Es ist eine für Motorflieger wichtige Größe, die bei der Berechnung der Motorleistung neben der tatsächlichen Höhe auch die aktuelle Lufttemperatur berücksichtigt. Für die Segelflieger ist diese Größe kaum relevant. Es sei denn, man möchte mit einem schweren Doppelsitzer bei großer Hitze an einem hochgelegenen Platz von einem Motorflugzeug geschleppt werden. Dann kann schon mal die Hitze und die damit verbundene Leistungseinbußen des Motors für einen Schlepp zu groß sein. Die wenigen Doppelsitzer-Schlepps um die Mittagszeit schafft die Remorqueur noch problemlos.

Am frühen Nachmittag beschließt die Gruppe, aufgrund der hohen Temperaturen und der erwarteten spät einsetzenden, schwachen Blauthermik die Zeit lieber am See zu verbringen. Von dort blicken Vereinzelte wehmütig Richtung Berge, wo sich gerade wider Erwarten die schönsten Cumulanten bilden. Nur Fluglehrer Andy Bomle nutzt seinen freien Nachmittag und schaut sich die Zugspitze von seiner „A3“ aus Segelfliegersicht von oben an. Einheimische fliegen noch weiter bis ins Engandin „Ab 3000 m wurd’s angenehm. Drunnter holste dös net aus.“

Lager – Splitter

  • „Ich hab‘ so einen Stuss zusammengeflogen, da habe ich beschlossen, ich land‘. Aber jetzt weiß ich, es lag am Wetter und nicht an mir!“ – „Hm, bist du dir da sicher?“ – „Nein, aber es hört sich besser an!“
  • „Es fehlt eine zweite Sollbruchstelle!“ -“Nimm‘ die schwarze.“ – Thorben Triegel:„Ey Fritz, willst du mich loswerden?“ „Quatsch, ich bin früher immer mit der DG mit einer schwarzen gestartet. Das ist eine DG in Kunstflugausführung, die hält das aus.“
  • Am späteren Abend am „Toilettenstadl“: „Na Ben, was machst Du denn noch so spät?“ -“Pippi natürlich! Und jetzt muss ich ganz schnell zurück zu Rapunzel!“ – Kinder-Kino-Abend am Deichmann-Wohnwagen.