Erstellt am /von Ulrike Pawel/ in FLUGBETRIEB, JUGEND

Fliegerlager: „Salve amici“

Infolge der gestrigen Erfahrungen soll der Flugbetrieb heute erst am Nachmittag, hoffentlich zu Beginn der Thermik, starten.

Die Gelegenheit für die Bensheimer, sich am Vormittag auf eine Zeitreise zu begeben: In direkter Nachbarschaft haben römische Legionäre ein Lager aufgeschlagen. Genauer gesagt handelt es sich um ein Schülerprojekt experimentelle Archäologie: In den letzten zwei Jahren haben sich die Schüler intensiv mit dem römischen Reich, dem Alltagsleben und dem Leben als Soldat auseinander gesetzt, um es jetzt selbst möglichst originalgetreu nachzuerleben. Fachkompetent führen sie die Besucher durch ihr Lager, erklären den Lageraufbau und den Alltag. Beeindruckend sind die drakonischen Strafen, mit denen ein Soldat bzw. die Schüler bei Vergehen bestraft werden: z. B. schmutziges Geschirr/Unordnung: 20 Liegestütze, verpasster Morgenappell: drei Runden um das Lager….(Ob das auch ein Modell für die Kantine sein könnte?)

Die Gäste dagegen dürfen sich mit „tunicae“ und „abollae“ (Untergewand und Mantel) kleiden, „panem“ (Brot) backen und verkosteten („Die haben aber lecker gegessen!“).Sie lernen Spiele sowie die verschiedenen Waffen der Legionäre wie z.B. Pilum kennen und üben sich am „hasta“ (Wurfspeer)

Legionarius „Andreas senior“ führt einen Kampf mit dem Gladius (Schwert) und „Scuto“ (Schild) gegen Legionanrius „Janus junior“ vor. Ihre gemeinsame Formation der „testudo“ (Schildkröte) besteht jedoch nicht vor den Argusaugen der „Centuria Andrea Nigritia“ (Lagerleiterin und Lehrerin Andrea Schwarz).

„Senator“ Martin „parvus“ sinnt derweil über seine ruhmreich geschlagene Schlachten in der heimischen „athenaeum“ nach. „Senatores“ Maxi „paullus“ sowie Laszlo „ephippus“ freuen sich über ihre Ernennung. Heiko „ferrarius“ bläst auf dem schließlich die „buccina“ (Signalhorn) zum Rückzug. Mit einer Exerzier-Übung verabschiedet die Legion die Segelflieger.

Gluthitze

Ob es wirklich so schlau war, erst ab 14:00 h aufzurüsten? Es ist noch heißer als tags zu vor, sehnsüchtig kommen die Gedanken an die Bensheimer Eistruhe am Flugplatz hoch. Eigentlich sollte es heute zwar später mit der Thermik losgehen, die aber dafür stärker sein sollte als gestern.

Am Start verrichten australien- und südafrikaerprobte Fluglehrer von den Temperaturen unbeeindruckt ihren Dienst. Leider fehlt es etwas an hitzeresistenten Flugschülern: Die, die für den Flugbetrieb da geblieben sind, bemühen sich redlich, sich der Hitzelähmung zu verweigern. Doch es nicht einfach: Einer wird vom Schlaf übermannt und schläft noch im Sitzen ein. Nicht der einzige müde Krieger heute.

Wider Erwarten entwickelt sich die Thermik nicht in der Art wie gewünscht, im Gegenteil: Über den Bergen bilden sich Gewitter, die das örtliche Wettergeschehen negativ beeinflussen: Abschirmung und Absaugung verhindern jegliche Streckenambitionen.

Am Abend kühlt es kaum ab, gemütlich sitzt man im Zeltdorf oder vor dem Bauernhaus gemeinsam zusammen. Lediglich die lästigen Schnaken beeinträchtigen etwas die gute Stimmung.

Lager-Splitter:

  • Bei der Begutachtung eines Römerhelm-Replik: „Und das hier ist die Halterung für die Go-pro-Kamera?“
  • „Bei dir sitzt das Kettenhemd ja wie eine zweite Haut.“ -“ Eine etwas löchrige, schwere zweite Haut.“ – „Na toll, ich bekomme die Rüstung gar nicht richtig zu, weil sie zu groß ist… “ – „Bist halt ein Spargel!“ – “ Ein Spargel in Alufolie eingewickelt.“
  • „Sind das zwei frische Seile?“ -“Nee, die sind heute schon benutzt worden“
  • Beim Durchgeben der Namen gibt es immer wieder Mißverständnisse: „Ok, das ist bei verwirrend: Unsere Svenja ist ein sehr weiblicher Thomas. Es gibt nur eine Svenja Thomas.“