Erstellt am / von Ulrike Pawel / in FLUGBETRIEB, Uncategorized, VEREINSLEBEN, WETTBEWERB

Rekorde – Verblüffendes – Überraschungen – Liga: Platz 3

Freitag war der beste Flugtag des Wochenendes – keine wirkliche Überraschung für flugbegeisterte Angehörige der berufstätigen Bevölkerung. Aber gleich so gut, dass direkt zwei Bensheimer Piloten (Peter Simon, Felix Maier) sowie Gast Stefan Langer (SFG Donauwörth-Monheim) Strecken über 800 km und damit Vereinsrekorde flogen, das ist eher ungewöhnlich.

Foto: Pfälzer Wald (Foto Uwe Wahlig)

Samstags dagegen prophezeite der Wetterdienst für Bensheim zunehmend stark auffrischender Wind und ab Mittag zerrissene Thermik. „Vielleicht geht am Nachmittag der Hang für einen Flug für die Liga, auf jeden Fall genügend Zeit für den Wochenendeinkauf“, denkt der unbedarfte Pilot. Während die Einkäufe im Wagen verschwinden, erregt ein Schleppzug die Aufmerksamkeit. Interessanterweise entschwindet das Segelflugzeug schon bald nach Osten in den Odenwald.
Die Erklärung: Während sich die Vereinskollegen später vorwiegend an der Hangkante und an der vorderen Bergstraße flogen, folgte Uwe Wahlig dem gutem Wetter nach Osten bis nach Heidenheim. Über die Alb und Schwarzwald kehrte er wieder zurück. Auf dem letzten Stück, als auch die letzte Thermik versiegte, nutzte er geschickt den Bergsträßer Hangwind, genoss ausgiebig die Abendstimmung und den aufgehenden Mond. Erst kurz vor dem offiziellen Beginn der Nacht setzte er zur Landung an. Uwe Wahlig: „Dank präziser Vorhersage der Abschirmung und des Windes durch den Deutschen Wetterdienst konnte der Flug konnte genau so durchgeführt werden wie mit TopTask geplant.“ Beeindruckende 643 km kamen so zusammen und die verblüffende Erkenntnis, dass man auch nach Sunset noch segelfliegen kann – und rechtlich sogar darf.

Foto: Bensheim bei Nacht (Foto: Uwe Wahlig)

Sonntag war dann wirklicher Hangflug angesagt
„Ich hab’ voll Bock auf Fliegen“, aus dem Mund einer Flugschülerin nicht ungewöhnlich. Ein Flugauftrag, alles startklar und schon steht dem Vergnügen nichts mehr im Wege. Normalerweise endet selbiges für Flugschüler nach ein, spätestens zwei Stunden, da der nächste Kandidat schon ungeduldig auf das Schulungsflugzeug wartet. Aber dieses Mal? Funkstille, kein weiterer Bedarf. Nach über fünf Stunden kommt Franziska Pawel freiwillig zur Landung. Zusammen mit ihrem schon absolvierten 50 km-Flug und 1000 m Startüberhöhung hat sie damit alle Voraussetzungen für das Segelflug-Leistungsabzeichen in Silber.

Foto: Hangflug am Auerbacher Schloss

Nicht alle Piloten und Pilotinnen flog rein aus Spaß. Mancher startete, um „noch ein paar Punkte für die Liga zu schinden“. Wie auch immer, es war erfolgreich: Die drei Wertungsflüge von Uwe Wahlig, Peter Simon und Klaus Schäfer reichten für einen 13. Rundenplatz. Damit liegt Bensheim in der bundesweiten Gesamtwertung auf Rang 3!

Erkenntnisreich war der Tag auch in anderer Hinsicht: Ein Schulungsdoppelsitzer gleitet anders als ein Einsitzer, nicht jede Wolke hält was sie verspricht und eine sichere, kontrollierte Außenlandung kurz vor dem Platz ist keine Schande.

Nachtrag

Die Vereinsrekorde hielten gerade mal bis zum darauf folgenden Dienstag: Peter Simon erhöhte seinen persönliche Bestleistung auf 864 km, Lukas Etz genoss 843 km lang den Abschied von seiner LS4 WL und auch bei Stefan Schneider dürften 643 km mit seinem Standard-Cirrus eine neue Bestmarke sein.

Neuer Rekordhalter ist Uwe Wahlig: Ihm gelangen 992,22 km, ganze 7,8 km haben ihm zu den magischen 1.000 km gefehlt. „Mein Plan war eine angemeldete 700 km-Strecke. Das habe ich auch geschafft. Zum Schluss wurde es durch die Verlängerung sogar ein schönes 770 km-Dreieck. Die 1.000 km vollzubekommen, war um die Uhrzeit schon ein Bisschen verwegen. Ein Versuch war es allemal wert und man braucht ja noch Ziele für die Zukunft…“, kommentiert Wahlig zufrieden.

Funksprüche

  • „Die Nacht beginnt in 20 min.“ – „ Ja, ich komm’ ja gleich.“ – Nach der Landung: „Eh, du bist zu früh gelandet: die bürgerliche Dämmerung endet erst in 10 min…“ (Ende der bürgerlichen Dämmerung = Beginn der Nacht)
  • „Condor XYZ über Bensheim. Hallo zusammen, hier ist Moritz. Wie geht’s?“ – „Hi Moritz, gut geht’s. Turbine aus und ab an den Hang.“
  • „2A für DU“ – „-“ „ASW 20 für DU“ – „-“ -“Wen wolltest Du denn rufen?“ „Na dich!“ – „Ach so. Aber ich sitze in der 81.“ – „Oh, na denn…“
  • Auerbacher Schloss, kleiner Junge.“ Boa, da sind Flugzeuge. Und so viele. Wo kommen die denn her?“ – „Das sind Segelflugzeuge. Die sind wahrscheinlich da unten auf dem Segelflugplatz gestartet.“ – „Papa, wir müssen sofort zu der Segelflugzeug-Haltestelle!“
  • Auerbacher Schloss, Besucher: „Oh, ein Segelflugzeug….Oh, zwei Segelflugzeuge, … äh, das sind aber ganz schön viele. Was machen die da nur?“ – „Fliegen?“ – „Ja, aber warum?“