Posted on / by Ulrike Pawel / in WETTBEWERB

Uwe Wahlig: Deutscher Meister der Clubklasse – Viva Italia

Bei der Deutschen Segelflugmeisterschaft der Clubklasse auf dem oberfränkischen Flugplatz Burg Feuerstein wurde Uwe Wahlig, souverän Deutscher Meister: Fünf Tagessiege und ein Vorsprung von 484 Punkten gegenüber dem zweitplazierten Christopher Hanson. Wettertechnisch wurde den 46 Teilnehmer alles geboten: von „erfrischend“ durchwachsen bis Hammerthermik mit einer Basis bis knapp 3000 Meter getreu dem Motto: „Vollgas auf der Feuerstein-Autobahn“.

Gleich zu Beginn des Wettbewerbes lieferte sich Wahlig ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Brian Rechenberger, beide mit dem Segelflugzeug Typ LS3 WL. Rechenberger gewann das erste Rennen, musste am nächsten, wettertechnisch anspruchsvollen Wertungstag außenlanden, während Wahlig sich den Tagessieg holte. Aber schon in der folgenden Runde griff Rechenberger wieder an, flog auf Platz 2, knapp hinter dem Gewinner Wahlig. Final kam Rechenberg auf Platz 8.

Die Grundlage für diese wie auch bei den folgenden Tagessiegen waren Wahligs Gespür für tragende Linien und damit einhergehend beste Gleitleistungen sowie der Mut (und das Können) für einen langen, optimierten Endanflug. Hinzu kam kluge taktische Entscheidungen wie beispielsweise am 5. Wertungstag: Über dem Platz war die Thermik nicht richtig überzeugend. „Wenn es zum Tagesmaximum um drei Uhr nicht geht, wird es nachher nicht besser. Ich muss Gasgeben, sonst wird das nichts“, sprach der Meister und gab Gas: Kompromisslos nahm er nur die besten Bärte an, blieb hoch und schnell (Schnittgeschwindigkeit: 114 km/h) mit abschließenden langen, sehr langen Endanflug. Oder der 10. Wertungstag, als er nach der ersten Wende plötzlich von der Route abwich, veranlasst durch einen Blick auf das aktuelle Satellitenbild. Während sich das Feld durch ein großes „Thermikloch“ quälen musste, flog Uwe über die Oberpfalz zur Frankenwaldkante und segelte, oder besser, düste zurück zum Feuerstein, 439 km mit einer Schnittgeschwindigkeit von 110 km/h. An seinem Gesamtsieg änderte auch ein kleiner Ausrutscher auf Tagesplatz 22 nichts, dafür war der Kampf um die nachfolgenden Plätze jeden Tag aufs Neue spannend bis zum Ende des Wettbewerbs.

Erfolgreiches Team Wahlig – Mission Deutscher Meister erfüllt

Wahligs Erfolg kommt nicht von ungefähr: Er überlässt nichts dem Zufall, akribisch bereitet er sich und sein Fluggerät vor, arbeitet mit Checklisten, um möglichst nichts Wichtiges zu vergessen. Nicht zu Letzt hatte er (wieder) einen verlässlichen Helfer dabei: Rainer Wahlig versorgte seinen Bruder nicht nur in der Luft zuverlässig mit wichtigen Informationen, sondern kümmerte sich auch am Boden als „Facility-Manager“ u.a. um die Versorgung allgemein und das ganze “Drumherum”. Glücklicherweise blieben ihm (und Uwe) Rückholtouren erspart.

Wahlig ist seit mehreren Jahren Mitglied der Nationalmannschaft, hat sich u.a. einen Titel als Welt- bzw. Vizeweltmeister schon erkämpft. Als Deutscher Meister hat er nun zum dritten Male die Gelegenheit, sich erneut mit den Besten der Segelflugwelt zu messen. Der Weg führt zur Weltmeisterschaft 2027 nach Rieti/Italien. Wir gratulieren und drücken die Daumen!

Titelfoto: Vizemeister Christopher Hansen, Deutscher Meister Uwe Walig, Drittplazierter Justus Sander