Endspurt 2. Bundesliga: Aufstieg greifbar
Wer hätte Anfang der Saison gedacht, dass es am Ende um den Aufstieg in die 1. Bundesliga gehen könnte, hatte man doch die ersten beiden Runden schlicht verschlafen.
Wer hätte Anfang der Saison gedacht, dass es am Ende um den Aufstieg in die 1. Bundesliga gehen könnte, hatte man doch die ersten beiden Runden schlicht verschlafen.
Und schon sind sie wieder vorbei: 14 tolle, abwechslungsreiche Tage Fliegerlager in Bensheim. Stolze 544 Starts, 518 Stunden Flugzeit und 25.909 dokumentierte Streckenkilometer. „Die sind jetzt müd' geflogen“, resümiert Ausbildungsleiter Ronny Weber. Viel ist in dieser Zeit geschehen, daher hier ein kleiner Rückblick:
„Aus einem voll funktionsfähigem Flugzeug steigt man während des Fluges nicht aus!“ - So lautet ein gängiger Spruch unter Segelflieger. Auf der anderen Seite: Bei jedem Flug zieht der Segelflugpilot seinen Fallschirm an, und nach dem Flug wieder aus. Aber was, wenn man plötzlich doch mal „oben“ aussteigen müsste?
90 Prozent Frauenquote während des Flugbetriebes – ein Novum. Des Rätsels Lösung: Das Bensheimer Mädchengymnasium Liebfrauenschule (LFS) veranstaltete gemeinsam mit der Segelfluggruppe Bensheim die Projekttage „Segelfliegen“. Dreizehn Mädchen tauschten die Schulbank gegen den Pilotensitz. Begleitet von ihrem Physiklehrer Lars Schlichtherle und Oberstufenschülerin Marie Wolf wurden sie von den Segelfliegern Franziska und Ulrike Pawel sowie Jannik Rummel am Flugplatz begrüßt.
Wenn gestandene Streckenflieger plötzlich früher nach landen, obwohl der Himmel scheinbar voller schöner Cumulanten hängt, dann hat das seinen Grund. In diesem Fall heißt der Grund Tim Gerhardt, der zu seinem ersten Alleinflug startet – und souverän wieder landete.
Es ist „Hammer-Wetter“, sprich sehr gute Thermik, vorhergesagt. Da sind die Streckenflieger natürlich schon früh morgens gestartet. Kein Problem für den „Späterstarter“, der Samstag um12:30 h auf den Platz kommt, um mit der vereinseigenen Cabrio-Ka8 zu einem kleinen Nostalgieflug in die Luft zu gehen. Aber die Halle ist leer. „Die ist schon bei Schwäbisch-Hall“, ruft einer. Moment, der Ka8-Hänger steht doch noch in der Halle. Ist sie etwa geflogen? Wer macht denn so etwas?
Nach zwei Fluglagern mit mäßigem Wetter geht es 2022 wieder nach Reinsdorf in Brandenburg, weil wir dort vor drei Jahren so schön geflogen sind. Und? Es hat tatsächlich wieder geklappt. In den letzten zwei Juni-Wochen sind wir wieder mal voll im Wetterglück und somit reichlich geflogen.
Nachdem die Liga-Stammmannschaft nach ihrem Fliegerurlaub mit Wäschewaschen, Gartengießen etc. beschäftigt war, nutzte die Jugend das Wetter und die Gunst der Stunde: Gleich drei Piloten, Lukas Ernst, Andreas Weskamp und Vinzent Wilzcek, starteten gemeinsam mit einem Flug um Frankfurt.
Der 50 km-Streckenflug gehört zur Segelflugausbildung. Jede/r angehende PilotInn hat Respekt vor dieser Aufgabe, insbesondere sich vom vertrauten Heimatflugplatz zu lösen, in unbekannten Gefilden zurechtzufinden und eventuell auf einem fremden Flugplatz (oder Acker) landen zu müssen.
Der unbedarfte Beobachter weiß gar nicht, wer sich mehr freut: Der Flugschüler, der Fluglehrer oder die umstehenden VereinskameradInnen. „Es war so wunderbar. Und so überraschend, ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Ich bin so glücklich,“ sprudelt es aus Younes nach seinem ersten Alleinflug heraus.
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